Inbegriff Bayerns: Moore, Seen, die Isar, weidende Kühe, Löwenzahnwiesen und in der Ferne die Berge. Eines der moorreichsten Gebiete Europas. Für etliche europaweit rückläufige nieder- und hochmoortypische Tagfalterarten von großer Bedeutung. Die Lech-Vorberge und das Ammer-Loisach-Hügelland sind besonders reich an Hochmooren (durch Torfabbau und Entwässerung jedoch fast durchwegs geschädigt) und streuwiesenreichen Niedermooren. Durch Aufgabe der Streuwiesennutzung und Intensivierung jedoch fortlaufende Verluste nahezu überall. Die Magerrasen an den Moränenhängen wurden weitgehend aufgedüngt oder aufgeforstet, auch die Flussschotterheiden an der Isar wurden durch den Sylvenstein- und den Tölzer Stausee stark geschädigt. Dieser für die Tagfalterwelt wichtige Lebensraum kommt heute noch großflächig in fortgeschrittenem Brachestadium im Naturschutzgebiet Pupplinger Au vor. Versuche, die durch die Stauseen verursachten ungebremsten Sukzessionen durch Beweidung in Griff zu bekommen und das Artensterben im Naturschutzgebiet zu bremsen, scheiterten bisher am Widerstand der Forst- und Jagdlobby. Das Inn-Chiemsee- und Salzach-Hügelland ist ebenfalls noch reich an Moorgebieten, die Flächenverluste v.a. durch Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung und durch Verwaldung einstiger Hochmoore infolge des industriellen Torfabbaus sind hier jedoch weiter fortgeschritten. Magerrasen sind östlich des Inns aus der Landschaft inzwischen fast völlig verschwunden.

Besonders schützenswerte Tagfalterarten: Hochmoor-Gelbling, Randring-Perlmuttfalter, Wegerich-Scheckenfalter, Goldener Scheckenfalter, Blaukernauge, Großes Wiesenvögelchen, Wald-Wiesenvögelchen, Blauschillernder Feuerfalter, Lilagold-Feuerfalter, Enzian-Ameisenbläuling, Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling und Heilziest-Dickkopffalter
 

Top 30 Tagfalter Oberbayern 
Naturraum Alpenvorland (Stand: 12/2005)
Gesamtartenzahl Alpenvorland: 93 (eigene Beobachtungen)
hinter dem deutschen und wissenschaftlichen Artnamen die Anzahl an MTB-Quadranten
Eigene Nachweise aus 141 MTB-Quad.

1. Rostfarbener Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus) 98
2. Mädesüß-Perlmuttfalter (Brenthis ino) 97
2. Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) 97
4. Rapsweißling (Pieris napi) 93
4. Schornsteinfeger (Aphantopus hyperantus) 93
6. Kleiner Fuchs (Aglais urticae) 82
7. Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) 80
8. Aurorafalter (Anthocharis cardamines) 73
9. Tagpfauenauge (Inachis io) 72
10. Landkärtchen (Araschnia levana) 70
10. Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina) 70
12. Distelfalter (Vanessa cardui) 68
13. Kaisermantel (Argynnis paphia) 67
13. Gelbwürfeliger Dickkopffalter (Carteroceph. palaemon) 67
15. Admiral (Vanessa atalanta) 66
16. Ockergelber Braun-Dickkopf (Thymelicus sylvestris) 65
17. Schachbrett (Melanargia galathea) 63
18. Kleiner Würfeldickkopffalter (Pyrgus malvae) 57
19. Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae) 56
19. Kleiner Silberfleckbläuling (Plebeius argus) 56

21. Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea athalia) 55
22. Schwalbenschwanz (Papilio machaon) 53
23. Baumweißling (Aporia crataegi) 49
23. Sumpfwiesen-Perlmuttfalter (Boloria selene) 49
25. Waldbrettspiel (Pararge aegeria) 47
26. Blaukernauge (Minois dryas) 46
26. Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus) 46
28. C-Falter (Polygonia c-album) 45
28. Goldener Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) 45
30. Großes Ochsenauge (Maniola jurtina) 44
30. Goldene Acht (Colias hyale) 44